Check Point hat zwei kritische Sicherheitslücken offengelegt und behoben, die die Verarbeitungsmechanismen für VPN-Zertifikate des Unternehmens betreffen. Beide Sicherheitslücken werden mit einem CVSS-Wert von 9,8 (kritisch) bewertet und könnten es einem nicht authentifizierten Angreifer unter bestimmten, nicht näher genannten Bedingungen ermöglichen, Code aus der Ferne auszuführen (Remote Code Execution, RCE). Check Point hat erklärt, dass zum Zeitpunkt der Offenlegung keine aktive Ausnutzung einer der beiden Sicherheitslücken beobachtet wurde

Details zu den Sicherheitslücken

CVE-2026-85102

Typ: Unsachgemäße Überprüfung der Zertifikatsvertrauenswürdigkeit

Diese Sicherheitslücke resultiert aus einer fehlerhaften Validierung der Zertifikatsvertrauenswürdigkeit während der VPN-Verhandlung. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte es einem nicht authentifizierten Angreifer ermöglichen, beliebigen Code auf betroffenen Security-Gateway-Geräten auszuführen.

CVE-2026-85103

Typ: Heap-basierter Pufferüberlauf

Diese Sicherheitslücke tritt bei der Dekodierung von ASN.1-Zertifikatsstrukturen auf, die bei der Verarbeitung von VPN-Zertifikaten verwendet werden. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte die Ausführung von nicht authentifiziertem Remote-Code sowohl auf Quantum Security Gateway- als auch auf Quantum Security Management Server-Systemen ermöglichen.

Betroffene Versionen

Check Point identifiziert die folgenden Versionen als betroffen:

  • R82.10 mit Jumbo Hotfix Take 43 oder niedriger
  • R82 mit Jumbo-Hotfix Take 125 oder niedriger
  • R81.20 mit Jumbo-Hotfix Take 165 oder niedriger

Diese Versionen gelten als anfällig und erfordern Abhilfemaßnahmen

Wichtige Beobachtungen

  • Die Sicherheitslücken können über Mechanismen zur Verwaltung von VPN-Zertifikaten ausgenutzt werden.
  • Mitarbeiter von Check Point wiesen darauf hin, dass CVE-2026-85103 theoretisch auch dann ausgenutzt werden könnte, wenn das VPN-Software-Blade deaktiviert ist, sofern VPN-Zertifikate auf dem System vorhanden bleiben.
  • Es wurden keine Indikatoren für eine Kompromittierung (IOCs) veröffentlicht.
  • Check Point hat zum Zeitpunkt der Offenlegung keine Hinweise auf eine aktive Ausnutzung gemeldet.
  • Der Anbieter hat die für eine Ausnutzung erforderlichen spezifischen Bedingungen nicht öffentlich bekannt gegeben.

Empfohlene Maßnahmen

Sofort

  1. Identifizieren Sie betroffene Check Point-Installationen.
  2. Installieren Sie die neuesten verfügbaren Jumbo-Hotfix-Pakete.
  3. Überprüfen Sie den Live-Patch-Status, falls Ihr Unternehmen die Check Point Live-Patch-Dienste nutzt. Check Point gibt an, dass geschützte Kunden ab dem 9. September 2026 Updates erhalten haben.
  4. Überprüfen Sie die mit dem Internet verbundenen Security Gateway- und Management Server-Instanzen.
  5. Überprüfen Sie die VPN-Zertifikatskonfigurationen und nicht verwendete Zertifikate.

Kurzfristig

  • Überprüfen Sie die Administrator-Zugriffsprotokolle auf ungewöhnliche Aktivitäten.
  • Überprüfen Sie die Integrität der Gateway- und Verwaltungskonfigurationen.
  • Überwachen Sie auf unerwartete Ereignisse bei der Zertifikatsverarbeitung.
  • Stellen Sie sicher, dass Backup-Konfigurationen vor der Durchführung von Abhilfemaßnahmen verfügbar sind.

 

Sollten Sie Bedenken hinsichtlich einer der in diesem Bulletin beschriebenen Bedrohungen haben oder Hilfe bei der Ermittlung geeigneter Maßnahmen benötigen, um sich vor den gravierendsten Bedrohungen für Ihr Unternehmen zu schützen, wenden Sie sich bitte an Ihren Kundenbetreuer oder kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie Sie Ihr Unternehmen schützen können.