Unternehmen investieren viel in die Stärkung ihrer internen Netzwerke. Trotzdem nehmen die Sicherheitsverletzungen weiter zu. Und warum? Die Antwort ist, dass die Angreifer nicht mehr die Eingangstür ins Visier nehmen. Sie dringen über vertrauenswürdige Drittparteien ein.

Zulieferer, Partner und Dienstleister sind ein wichtiger Bestandteil Ihres Unternehmens. Sie verarbeiten Daten, verwalten die Infrastruktur und haben oft privilegierten Zugang zu den Kernsystemen. Dieses vernetzte Ökosystem schafft Effizienz, aber es führt auch zu einer Gefährdung, die viele Unternehmen nur schwer verstehen, geschweige denn kontrollieren können.

 

Risikomanagement für Drittanbieter

 

Die Herausforderung des Drittparteirisikos

Die moderne Lieferkette ist komplex, dynamisch und oft undurchsichtig. Große Unternehmen können sich auf Hunderte oder sogar Tausende von Drittparteien verlassen, von denen jede einen unterschiedlichen Reifegrad im Bereich des Internets aufweist. Einige arbeiten mit robusten Sicherheitsrahmenwerken, während es bei anderen nicht einmal grundlegende Kontrollen gibt.

Diese Uneinheitlichkeit schafft erhebliche Herausforderungen. Sichtbarkeit ist die erste Hürde. Viele Unternehmen verfügen einfach nicht über ein vollständiges Inventar ihrer Drittanbieter, geschweige denn über ein klares Verständnis der von ihnen ausgehenden Risiken. Schatten-IT und dezentralisierte Beschaffungsprozesse verschlimmern dieses Problem nur noch.

Dann kommt die Frage der Sicherheit. Selbst wenn Lieferanten identifiziert sind, ist die Überprüfung ihrer Sicherheitslage alles andere als einfach. Fragebögen werden oft als Abhak-Übung behandelt, und punktuelle Bewertungen sind in einer sich schnell verändernden Bedrohungslandschaft schnell veraltet.

Schließlich stellt sich auch die Frage der Verantwortlichkeit. Wenn eine Sicherheitsverletzung durch einen Dritten erfolgt, sind die Auswirkungen auf den Ruf und die Vorschriften immer noch bei Ihnen zu suchen. Rahmenwerke wie NIS2 und DORA legen die Messlatte höher, indem sie Unternehmen eine größere Verantwortung auferlegen, eine kontinuierliche Überwachung der Sicherheit ihrer Lieferkette nachzuweisen.

 

 

Risiko in Widerstandsfähigkeit umwandeln

Der Umgang mit dem Risiko Dritter erfordert ein Umdenken. Es reicht nicht mehr aus, die Zulieferer einmalig bei der Aufnahme ihrer Tätigkeit zu bewerten. Unternehmen müssen zu einem kontinuierlichen Risikomanagement übergehen, bei dem Sichtbarkeit, Bewertung und Abhilfemaßnahmen laufende Prozesse sind.

Dies beginnt mit der Erstellung eines umfassenden Inventars aller Drittparteien, kategorisiert nach Risikostufe und Geschäftsauswirkungen. Von dort aus müssen Unternehmen konsistente Bewertungsrahmen implementieren, die über statische Fragebögen hinausgehen und Bedrohungsdaten, Einblicke in externe Angriffsflächen und Echtzeitüberwachung einbeziehen.

Eine klare Governance ist ebenso wichtig. Sicherheitsanforderungen müssen in Verträgen verankert werden, in denen die Erwartungen an die Einhaltung der Vorschriften, die Meldung von Vorfällen und die Behebung von Mängeln definiert sind. So wird sichergestellt, dass die Beziehungen zu Drittanbietern von Anfang an mit der Risikotoleranz Ihres Unternehmens in Einklang gebracht werden.

Wie Integrity360 helfen kann

Der Integrity360-Service für das Risikomanagement von Drittanbietern wurde entwickelt, um Unternehmen dabei zu helfen, die Kontrolle über ihre Lieferkettenrisiken mit Vertrauen und Klarheit zu übernehmen. Im Kern geht es beim Third Party Risk Management um die Bewertung und Minderung von Risiken, die mit der Beauftragung von externen Anbietern, Partnern oder Dienstleistern verbunden sind.

Der Dienst stellt sicher, dass Dritte, die mit sensiblen Daten oder kritischen Vorgängen umgehen, strenge Sicherheits- und Compliance-Standards einhalten. Dazu gehören die Bewertung der Cybersicherheitslage jedes Anbieters, die Überwachung seiner laufenden Compliance und die Verwaltung der vertraglichen Verpflichtungen, um die Risikobereitschaft des Unternehmens zu berücksichtigen.

Durch die Implementierung eines strukturierten und robusten TPRM-Ansatzes können Unternehmen die Wahrscheinlichkeit von Datenschutzverletzungen, finanziellen Verlusten und behördlichen Strafen aufgrund von Schwachstellen bei Dritten erheblich verringern. Noch wichtiger ist, dass es stärkere und sicherere Partnerschaften ermöglicht, bei denen die Zusammenarbeit nicht auf Kosten eines erhöhten Risikos geht.

Integrity360 geht noch einen Schritt weiter, indem es eine kontinuierliche Überwachung Ihres Lieferanten-Ökosystems bietet. Regelmäßige Bewertungen stellen sicher, dass Ihr Lieferantenstamm nicht nur konform ist, sondern auch im Laufe der Zeit an Reife gewinnt. In Kombination mit fachkundiger Branchenberatung hilft Ihnen dies, Ihren Ruf in Sachen Sicherheit zu schützen und gleichzeitig die Effektivität Ihres Risikomanagementprogramms für Drittanbieter zu erhöhen.

In einer Bedrohungslandschaft, in der Angreifer nach dem schwächsten Glied suchen, können Ihre Lieferanten entweder Ihre größte Schwachstelle oder eine kontrollierte und widerstandsfähige Erweiterung Ihres Unternehmens sein. Der Unterschied liegt darin, wie Sie sie verwalten.